Warum sich Amberbaumblätter gut zum Laubsammeln eigenen

Bei strahlendem Herbstwetter verleitete es mich, das kunterbunte Laub auf den Wegen einzusammeln. Mit meinen Eltern habe ich die bunten Blätter als Kind zwischen den Seiten unseres Telefonbuchs getrocknet. Wie gut funktioniert diese Methode eigentlich?

Mein Sammelsurium aus gelben, orangebraunen und grüngesprenkelten Platanenblättern sowie einigen anderen Laubsorten habe ich zuerst kurz im Waschbecken abgespült, weil sie erstens feucht waren und zweitens wollte ich vermeiden, mit Blättern zu hantieren, die wohlmöglich mit Ausscheidungen irgendwelcher Vierbeiner versehen waren. Intensiv rote Pflanzenblätter habe ich nur wenige gefunden. Es ist von der Baumsorte abhängig, in welchen Farben sich der Baum im Herbst zeigt. Die wunderschön tiefroten Blätter stammen vom Amberbaum, wie ich durch eine kleine Recherche herausgefunden habe. Sie zeigen eine fantastische Vielfalt von tiefroter Färbung gemischt mit Rosa-, Orange- und Gelbtönen, die ich später an einem anderen Ort gefunden habe.

Das gesammelte Laub kam dann zwischen zwei Seiten einer Zeitung, die ich anschließend mit einer vollgepackten Kiste beschwerte. Das war vor vier Tagen.

Heute habe ich die gepressten Laubblätter unter dem Pappkarton hervorgeholt und mir angesehen. Ob sie noch die Farbe behalten haben? Die erste Erkenntnis war, dass durch das Pressen die einzelnen Blätter dünn und zart wie Papier wurden. Die Blattadern und -zellen sind zum Teil wunderschön detailliert sichtbar. Und der Farbton ist ebenfalls erhalten geblieben. In dieser Form lassen sich die Blätter sicherlich gut fotografieren, da die fehlenden Unebenheiten mögliche Unschärfebereiche in der Tiefe des Fotos vermeiden. Um diese feinen Blattstrukturen großformatig abzulichten, müsste man ein Makro-Objektiv bemühen, das den dichten Blick auf das Motiv ermöglicht.

Damit die flachen Blattstrukturen entstehen, brauchen sie aber unbedingt den Druck durch Gewicht, sonst werden die Blätter zwar trocken, aber wellig, wie das ein oder andere Exemplar in meinem Experiment zeigte, welches nicht ausreichend unter den schweren Karton geraten war. Und man sollte direkt mit dem Pressen beginnen. Allein der Transport und die Lagerung über den Tag bis ich abends die Blätter unter meine Kiste legen konnte, ließen das Laub schon antrocknen, was die flache Lagerung zwischen den Zeitungsblättern erschwerte. Weiterhin spielt die Temperatur eine Rolle. Der zweite Versuch brachte weniger trockene Exemplare hervor, deren Farbintensität besonders bei den dunklen Rottönen ins beinahe Schwarze abweichte. Da das Laub nicht völlig trocken geworden ist, vermute ich, dass die Restfeuchtigkeit die Abbauprozesse am Laufen gehalten haben. In sofern empfehle ich einen warmen, trockenen Ort zur Lagerung. Aber alles in allem kann ich zu dem Experiment sonst nur sagen, „es funktioniert“ und macht Spaß 🙂

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Laubtrocknen gemacht? Habt ihr aus getrocknetem Laub schon mal etwas Schönes gebastelt? Gerne erzählt uns davon 🙂

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